Das Solarhaus in Steg ist eines von wenigen Häusern in der Schweiz, welches OHNE konventionelle Heizung auskommt und ein Vielfaches an Solarstrom produziert als es verbraucht.

Wieso es keine Heizung braucht, weshalb es zwar wie ein normales Haus aussieht, aber bautechnisch gar nicht ist und warum es ökologisch ist - dass erfahren Sie hier auf dieser Seite.

Lage

Am Fusse des Hörnli liegt das Solar-Haus im historischen Weiler Lenzen, fernab von hektik und trubel. Hier dominieren Wiesen, Wald, Erholung und ländliche Geselligkeit. Zudem befindet sich in 4min-Gehdistanz der Bahnhof Steg , von wo im halbstundentakt der TURBO nach Winterthur und Rüti fährt.

Konzept/ Vision

Nach einem Referat von Andrea Rüedi an der Baumesse in Basel im 2019 waren wir so angetan von den Möglichkeiten, wie heute eigentlich nachhaltig gebaut werden kann, dass unser neues Haus nach diesen Prinzipien und Werten entstehen sollte. So entwarf Solararchithekt und Baubiologoe Andrea Rüedi aus Chur mit uns zusammen in mehreren Iterationen die Pläne und Spezifikationen.

Die Grundidee hinter dem Gebäude ist ein von der Nutzung vielseitiges Raum-/Wohnungsangebot zu schaffen, dass sich dem Wandel und Umständen des Lebens anpassen kann. So kann das Haus als Generationenhaus fungieren oder auch Teile davon vermietet werden - wie es initial gemacht wird.

Das Gebäude erwärmt sich primär durch das direkteinfallende Sonnenlicht. Um bei länger anhaltender Schlechtwetterperiode keine kalten Füsse zu bekommen, steht in jeder Wohnung ein per App steuerbarer Pelletoffen mit einem 30 Liter Pelletvorrat. Natürlich kann der Ofen auch jederzeit für eine gemütliche Abendstimmung eingesetzt werden :-)

Wie die untenstehende Grafik zeigt ist der zum Solarertrag (Gelb) ergänzende Pelletofenbetrieb (Grün) während ca. 4 Monaten notwendig zur Deckung der Gebäudeenergieverluste (Rot + Blau). Der prognostizierte Gesamtverbrauch liegt bei ca. 19 Stk. Pelletsäcken à 15kg für die Wohnung & Loft im OG zusammen.

Solartechnik

A) KEINE konventionelle Heizung
B) Hoher Glasanteil auf Südfassade mit Spezialbeschichtung
C) Innere Wärmespeichermasse (Anhydritboden, Beton, Holz)
D) Hochwärmegedämmte Gebäudehülle

Der Glasanteil auf der Südfassade beträgt 50% der Fassadenfläche. Alle Fenster verfügen über eine Spezialbeschichtung mit einem Gesamtenergiedurchlass von 60%.

C) Innere Wärmespeichermasse
(Anhydritboden, Beton, Holz)

Ein wesentliches Element der Wärmespeicherung ist der 7cm dicke Anhyditboden der mit 1% Schwarz eingefärbt ist. Von diesem wird die einfallende Sonnenenergie wirkungsvoll "aufgesaugt", sodass der Raum auch nicht überhitzt und die Energie für spätere Nachtstunden wieder langsam in den Raum abgegeben wird.

Diesem Wirkprinzip muss auch bei der Möblierung der Räume Rechnung getragen werden. So sind Teppiche, Vorhänge oder grosse Möbel im Fensterbereich ein Tabu. Dies aus dem Grund, da sie schlechte Wärmespeicher sind und die empfangene Sonnenenergie umgehend an den Raum/Luft abgeben.

B) Hoher Glasanteil auf Südfassade mit Spezialbeschichtung
A) KEINE konventionelle Heizung
D) Hochwärmegedämmte Gebäudehülle

Neben der Heizenergie benötigt das Haus auch Brauchwarmwasser. Dieses wird abgestimmt auf die Leistung der Solaranlage von zwei Wärmepumpenboiler erzeugt. Diese stehen im UG jeweils direkt unter den Verbrauchern (Bad/Küche) womit auf eine elektrische Rohrbegleigtheizung verzichtet werden konnte.

Das Haus steht auf einer 50cm dicken Lage aus Schweizer Recycling-Schaumglassschotter (Misapor). Die Gebäudehülle hat eine Dämmstärke von 38cm wobei 28cm davon mit Zellulosedämmung aus Zeitungsaltpapier (isofloc) gefüllt sind. Im erdberührenden Betonbereich wurde bis zu 22cm hochleistungsdämmstoff XPS verbaut - geschützt durch Sickerplatten aus Recycling-Kunststoff von Deltatec.

Das Solar-Haus unterscheidet sich von den gängigen Wohnbauten durch die folgenden Merkmale:

Wissenswertes zur Solararchitektur

Interview mit Andrea Rüedi zu Tageslicht, Baubiologie und Solararchitektur

Bericht zu Solarhaus von Solararchithekt Peter Schürch.

Fachliteratur von Andrea Rüedi, Peter Schürch | Jörg Watter| -> Link auf PDF von minergie.ch

Bauen mit der Sonne - Solarer Direktgewinn

Facharbeit, Daniel Huber | Link auf PDF von 5architekten.ch

Alle Grundrisse

Untergeschoss: Keller, Veloraum, Garage und Technik

Erdgeschoss: Wohnung (Bauherr/in)

Obergeschoss: Mietwohnung 3.5 Zimmer und Loft